Pfarrei der Gottesmutter von Białynicze gregorianka.belynichi@gmail.com

Messe nach der Beerdigung – wann bestellt man weitere Intentionen?

Nach der Beerdigung fragen viele Familien, welche Messen sie als Nächstes bestellen sollen und wann. Wir erklären, was die Messe am Tag der Beerdigung ist, woher der Brauch der Messen am 7. und 30. Tag nach dem Tod kommt und wie sich die Messe am 30. Tag von den Gregorianischen Messen unterscheidet.

Messe nach der Beerdigung – wann bestellt man weitere Intentionen?
Vulgarmachine2 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Die kurze Antwort

Die Beerdigung beendet das Gebet für den Verstorbenen nicht – sie eröffnet es eher. In vielen katholischen Familien werden nach dem Requiem weitere Messen bestellt: am 7. und 30. Tag nach dem Tod, zum ersten Jahrestag und oft auch Gregorianische Messen, also dreißig Messen, die Tag für Tag gefeiert werden. Im Folgenden erklären wir, worin sich diese Intentionen unterscheiden und wie man sie im ersten Jahr nach dem Tod eines lieben Menschen verteilen kann.

Die Messe am Tag der Beerdigung

Die Begräbnismesse (das Requiem) ist Teil der Begräbnisfeier und nimmt nach der Grundordnung des Römischen Messbuchs (Nr. 380) unter den Messen für Verstorbene den ersten Rang ein. Sie kann an allen Tagen gefeiert werden außer an gebotenen Hochfesten, am Gründonnerstag, im Österlichen Triduum und an den Sonntagen des Advents, der Fastenzeit und der Osterzeit.

Wir sagen es offen: Die Begräbnismesse wird nicht über unsere Website bestellt. Sie wird in der Pfarrei vereinbart, in der die Beerdigung stattfindet – meist regelt die Familie das zusammen mit dem Bestattungsinstitut im Pfarrbüro. Von Białynicze aus können wir den Verstorbenen dagegen sofort, noch vor der Beerdigung, mit Gebet begleiten, zum Beispiel indem wir mit Gregorianischen Messen beginnen.

Die Messe am 7. und 30. Tag nach dem Tod

In der Tradition der westlichen Kirche hat sich die Feier von Messen für einen Verstorbenen am dritten Tag (meist war das der Tag der Beerdigung), am siebten und am dreißigsten Tag eingebürgert. Der dritte Tag erinnerte an die Auferstehung Christi, der siebte an die ewige Ruhe, und der dreißigste knüpfte an die dreißigtägige Trauer Israels um Aaron und Mose an (Num 20,29; Dtn 34,8). Das vorkonziliare Messbuch von 1962 hatte für diese Tage ein eigenes Formular; das heutige Messbuch sieht es nicht vor, doch der Brauch, solche Messen zu bestellen, ist sehr lebendig geblieben.

Besonders wichtig ist die Messe am dreißigsten Tag, mancherorts „Dreißigster“ genannt. Für viele Familien schließt sie die erste, schwerste Zeit der Trauer ab. In manchen Pfarreien wird ihr Termin schon bei der Beerdigung bekanntgegeben. Wenn die Familie nicht in der Pfarrei des Verstorbenen sein kann, kann man eine solche einzelne Messe auch bei uns als Messintention bestellen – geben Sie dann an, dass es um den 30. Tag nach dem Tod geht, und formulieren Sie die Intention so, wie wir es im Beitrag Wie formuliert man eine Messintention? vorschlagen.

Die Messe am 30. Tag und die Gregorianischen Messen – nicht dasselbe

Beide Formen verbindet die Zahl 30, deshalb werden sie oft verwechselt.

Messe am 30. TagGregorianische Messen
Wie viele Messeneinedreißig
Wannam 30. Tag nach dem Tod oder der Beerdigungan 30 aufeinanderfolgenden Tagen, ohne Unterbrechung
Für wenfür den Verstorbenen, manchmal verbunden mit anderen Intentionen für verstorbene Angehörigeausschließlich für einen einzigen Verstorbenen
Womeist in der Pfarrei des Verstorbenenin jeder beliebigen Kirche, auch durch verschiedene Priester

Das eine schließt das andere nicht aus. Gregorianische Messen können in derselben Zeit laufen, in der die Pfarrei die Messe am 30. Tag feiert – die Familie verliert dabei nichts. Die Tradition der Gregorianischen Messen reicht bis zum heiligen Gregor dem Großen zurück; die Regeln ihrer Feier beschreiben wir im Beitrag Was sind Gregorianische Messen?

Ein Plan der Intentionen im ersten Jahr nach dem Tod

Es gibt kein verbindliches Schema. Der folgende Plan ist ein Vorschlag, der die häufigsten Bräuche ordnet:

  1. Die Tage nach dem Tod bis zur Beerdigung – das Requiem in der Pfarrei der Beerdigung; wenn Sie möchten, können Sie schon dann Gregorianische Messen anmelden. Mehr zur Wahl des Zeitpunkts im Beitrag Wann bestellt man Gregorianische Messen?
  2. Der erste Monat – die Messe am 7. Tag (wenn es in der Familie diesen Brauch gibt) und am 30. Tag; parallel kann eine Reihe Gregorianischer Messen laufen.
  3. Die folgenden Monate – einzelne Messen an Tagen, die der Familie wichtig sind (Namenstag, Geburtstag des Verstorbenen), die Anmeldung zum jährlichen Totengedenken oder eine Novene; einen Vergleich der Formen finden Sie im Beitrag Gregorianische Messen oder Novene?
  4. Der erste Jahrestag – die Messe zum Todestag, die die liturgischen Vorschriften neben der Begräbnismesse hervorheben; manche Familien bestellen dann ein zweites Mal Gregorianische Messen. Einzelheiten: Messe zum Todestag.

Am wichtigsten ist, dass die Messen nicht nur eine „Formalität zum Abhaken“ sind, sondern ein Gebet, an dem auch die Familie teilnimmt – und sei es geistlich, wenn sie nicht in der Kirche sein kann. Über den Sinn dieses Gebets schreiben wir ausführlicher auf den Seiten Heilige Messe für Verstorbene und Gebet für die Verstorbenen.

So bestellen Sie Messen bei uns

Die Intention – Gregorianische Messen oder eine einzelne Messe, etwa für den 30. Tag oder den Jahrestag – melden Sie über das Formular, per E-Mail oder über WhatsApp an. Wir antworten per E-Mail mit einem Vorschlag für Datum und Uhrzeiten, und nach Eingang des Stipendiums senden wir eine Bestätigung mit Datum und Uhrzeit jeder Messe. Die Messen werden in erster Linie im Heiligtum in Białynicze gefeiert. Gregorianische Messen oder eine andere Intention für einen Verstorbenen bestellen.

Quellen

Fragen und Antworten

Zählt man die Messe am 30. Tag ab dem Tod oder ab der Beerdigung?

Der Brauch ist hier nicht einheitlich – in manchen Pfarreien zählt man ab dem Todestag, in anderen ab der Beerdigung. Ein Unterschied von einigen Tagen ist für den Wert des Gebets ohne Bedeutung; am besten wählt man einen Termin, an dem die Familie zusammenkommen kann.

Kann ich eine Messe für den 30. Tag bestellen, wenn die Beerdigung in einem anderen Land war?

Ja. Eine Messe für einen Verstorbenen kann man in jeder beliebigen Kirche bestellen, unabhängig vom Ort der Beerdigung. Es genügt, in der Anfrage den Namen des Verstorbenen und das gewünschte Datum anzugeben.

Kann man Gregorianische Messen am Tag der Beerdigung beginnen?

Ja. Die Erklärung von 1967 nennt die Begräbnismesse ausdrücklich als berechtigten Grund, aus dem der Priester die Reihe unterbrechen und später vervollständigen darf – umso weniger hindert die Beerdigung selbst daran, mit ihr zu beginnen. Siehe Dürfen Gregorianische Messen unterbrochen werden?

Die ehemalige Karmelitenkirche in Białynicze, Zeichnung von Napoleon Orda
Napoleon Orda, Białynicze (1877), gemeinfrei · Wikimedia Commons

Das Heiligtum der Gottesmutter von Białynicze

Jahrhundertelang war Białynicze am Fluss Druć eines der bedeutendsten Marienheiligtümer der alten polnisch-litauischen Adelsrepublik – man nannte es das „Tschenstochau Weißrusslands“. Die Karmelitenkirche mit dem Gnadenbild der Gottesmutter, gekrönt 1761, wurde in sowjetischer Zeit zerstört.

Heute baut die Pfarrei das Heiligtum wieder auf, und jede hier bestellte Messe unterstützt dieses Werk.

Geschichte des Heiligtums →

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