Pfarrei der Gottesmutter von Białynicze gregorianka.belynichi@gmail.com

Wann bestellt man Gregorianische Messen?

„Müssen die Gregorianischen Messen gleich nach dem Tod beginnen?“, „Kann man sie auch nach Jahren noch bestellen?“ – das fragen trauernde Familien häufig. Wir antworten nach den Regeln der Kirche und geben Hinweise, wie Sie den Termin planen.

Wann bestellt man Gregorianische Messen?
Robert Campin · Public domain · Wikimedia Commons

Die kurze Antwort

Gregorianische Messen kann man zu jedem Zeitpunkt nach dem Tod bestellen – gleich nach dem Ableben, vor oder nach der Beerdigung, zum Jahrestag oder sogar nach vielen Jahren. Die Bestimmungen der Kirche legen keine Frist fest, innerhalb derer die dreißig Messen beginnen müssten. Es gibt nur eine Bedingung: Der Mensch, für den die Messen dargebracht werden, ist bereits verstorben. Was dieses Gebet genau ist, erklären wir im Beitrag Was sind Gregorianische Messen?

Gleich nach dem Tod

Viele Familien möchten die Gregorianischen Messen möglichst bald beginnen lassen – als Ausdruck der Sorge um den Verstorbenen und der Begleitung im Gebet von den ersten Tagen an. Man muss nicht auf die Beerdigung warten: Die Reihe kann schon davor oder am Tag der Beerdigung beginnen. In der Praxis hängt der Termin von den freien Messen der Priester ab, deshalb lohnt es sich, die Intention sofort anzumelden, auch wenn noch nicht alles rund um die Beerdigung geregelt ist. Die Gregorianischen Messen stehen weder dem Requiem noch den Messen im Weg, die die Familie in der Pfarrei des Verstorbenen bestellt, z. B. zum dreißigsten Tag nach dem Tod – beides lässt sich ohne Weiteres verbinden.

Eile ist jedoch keine Vorschrift. In der Geschichte, auf die der Brauch zurückgeht, ordnete der heilige Gregor der Große die dreißig Messen für den verstorbenen Mönch Justus erst etwa einen Monat nach dessen Tod an – so beschreibt er es im IV. Buch der „Dialoge“.

Zum Jahrestag des Todes

Gregorianische Messen können auch ein Weg sein, den ersten oder einen weiteren Jahrestag zu begehen. Man kann die Reihe so legen, dass sie am Jahrestag beginnt, oder so, dass sie an ihm endet – dann fällt die erste Messe 29 Tage früher. Es genügt, dies bei der Anmeldung der Intention zu schreiben; ist der gewünschte Termin bereits vergeben, schlagen wir den nächstmöglichen vor. Manche Familien wählen auch andere für sie wichtige Daten: den Namenstag des Verstorbenen, den Hochzeitstag der Eltern oder den Tauftag.

Nach Jahren

Es ist nie zu spät. Viele bestellen Gregorianische Messen für Eltern oder Großeltern, die vor langer Zeit gestorben sind – zum Beispiel dann, wenn sie selbst zu diesem Gebet herangereift sind oder den Glauben wiedergefunden haben. Wir wissen nicht, wie die Läuterung der Seele nach dem Tod verläuft, und das Gebet für die Verstorbenen ist immer ein Akt der Liebe. Es spielt auch keine Rolle, welcher Konfession der Verstorbene angehörte oder unter welchen Umständen er gestorben ist – Einzelheiten beschreiben wir im Beitrag Für wen kann man Gregorianische Messen bestellen?

November, Fastenzeit und andere Zeiten im Jahr

Besonders viele Intentionen für Verstorbene gehen im November ein, wenn die Kirche aller verstorbenen Gläubigen gedenkt. In dieser Zeit kann man für die Verstorbenen auch einen Ablass gewinnen – darüber schreiben wir auf der Seite Ablass für Verstorbene im November. Wenn Ihnen in dieser Zeit ein bestimmter Termin wichtig ist, melden Sie die Intention frühzeitig an.

Denken Sie auch an das Österliche Triduum. Umfassen die dreißig Tage Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, kann die Reihe an diesen Tagen unterbrochen werden, und der Priester holt die fehlenden Messen unmittelbar danach nach. Die Kirche hält eine solche Unterbrechung für zulässig – wir erklären das im Beitrag Dürfen Gregorianische Messen unterbrochen werden?

Kann man Gregorianische Messen wiederholen?

Ja. Für dieselbe Person kann man Gregorianische Messen mehr als einmal bestellen – z. B. gleich nach dem Tod und noch einmal zum Jahrestag. Für mehrere verschiedene Personen bestellt man jeweils eigene Reihen; sie können von verschiedenen Priestern gleichzeitig gefeiert werden.

Regeln, an die man denken sollte

  • 30 Messen, Tag für Tag;
  • immer für einen einzigen Verstorbenen – nicht für mehrere Verstorbene und nicht für Lebende;
  • die Messen können von verschiedenen Priestern und an verschiedenen Altären gefeiert werden;
  • unterbricht ein unvorhergesehenes Hindernis die Reihe (z. B. eine plötzliche Erkrankung des Priesters), werden die fehlenden Messen so bald wie möglich nachgeholt, bis es dreißig sind (Erklärung der Konzilskongregation vom 24. Februar 1967).

Für Lebende bestellt man andere Formen des Gebets, z. B. 30 Messen zum Himmlischen Hof oder eine Novene für Lebende.

Wie Sie in unserer Pfarrei den Termin festlegen

Geben Sie bei der Anmeldung (Formular, E-Mail oder WhatsApp) Vor- und Nachnamen des Verstorbenen und – falls vorhanden – den gewünschten Beginn an. In unserer Antwort per E-Mail schlagen wir Datum und Uhrzeiten der Messen vor. Den ganzen Ablauf beschreiben wir in der Anleitung Wie bestellt man Gregorianische Messen?

Quellen

Fragen und Antworten

Kann man Gregorianische Messen bestellen, bevor der Termin der Beerdigung feststeht?

Ja. Der Termin der Beerdigung hat keinen Einfluss auf den Beginn der Gregorianischen Messen. Die Reihe kann unabhängig davon beginnen.

Wie früh sollte ich die Intention anmelden, wenn mir ein bestimmtes Datum wichtig ist?

Je früher, desto leichter lässt sich der gewünschte Tag reservieren – besonders im November und vor großen Festen. Den genauen Termin bestätigen wir in unserer Antwort per E-Mail.

Die ehemalige Karmelitenkirche in Białynicze, Zeichnung von Napoleon Orda
Napoleon Orda, Białynicze (1877), gemeinfrei · Wikimedia Commons

Das Heiligtum der Gottesmutter von Białynicze

Jahrhundertelang war Białynicze am Fluss Druć eines der bedeutendsten Marienheiligtümer der alten polnisch-litauischen Adelsrepublik – man nannte es das „Tschenstochau Weißrusslands“. Die Karmelitenkirche mit dem Gnadenbild der Gottesmutter, gekrönt 1761, wurde in sowjetischer Zeit zerstört.

Heute baut die Pfarrei das Heiligtum wieder auf, und jede hier bestellte Messe unterstützt dieses Werk.

Geschichte des Heiligtums →

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