Das Heiligtum der Gottesmutter von Białynicze
Białynicze (Byalynichy) am Fluss Drut, unweit von Mogiljow, war über Jahrhunderte einer der wichtigsten Marienwallfahrtsorte des alten polnisch-litauischen Staates. Man nannte es das „belarussische Tschenstochau“. Heute baut die Pfarrei das zerstörte Heiligtum wieder auf.

Das Gnadenbild der Gottesmutter von Białynicze
Das Bild zeigt Maria mit dem Kind im Typus der Hodegetria – „der Wegweiserin“. Seine Anfänge verlieren sich in Legenden. Nach östlicher Überlieferung sollen Mönche, die 1240 vor dem Mongolensturm aus Kiew flohen, die Ikone an den Drut gebracht haben. Die katholische Überlieferung erzählt von einem geheimnisvollen wandernden Maler, der in den 1630er-Jahren den Karmeliten ein auf einen Fensterladen gemaltes Bild schenkte – die Gläubigen sahen in ihm einen Engel.
Das Bild wurde von Katholiken und Orthodoxen gleichermaßen verehrt.
Die Karmeliten und das „litauische Jasna Góra“
Im 17. Jahrhundert stiftete der litauische Großkanzler Lew Sapieha in Białynicze ein Kloster der Karmeliten, die das Gnadenbild betreuten. Das Heiligtum war der am weitesten östlich gelegene Wallfahrtsort des polnisch-litauischen Staates. Am 20. September 1761 krönte Bischof Jerzy Hylzen von Smolensk mit Zustimmung Papst Benedikts XIV. das Bild. Ende des 19. Jahrhunderts kamen jährlich bis zu zehntausend Pilger nach Białynicze.
Zeit der Prüfungen
1876 beschlagnahmten die zaristischen Behörden die Kirche und übergaben sie der orthodoxen Kirche. Das Schicksal des Originalbildes ist unbekannt: Nach einer Version wurde es versteckt, nach einer anderen ging es 1941 bei der Evakuierung des Museums in Mogiljow verloren. Nach der Revolution schlossen die Bolschewiki die Kirche, und in den 1960er-Jahren sprengten die sowjetischen Behörden Kirche und Klostergebäude.
Neubeginn der Pfarrei und Wiederaufbau
Die katholische Pfarrei in Białynicze lebte Anfang der 1990er-Jahre wieder auf. Heute bereitet die Gemeinde den Wiederaufbau des Heiligtums vor – es gibt einen Entwurf für die neue Kirche, dessen Visualisierungen wir auf der Startseite zeigen.
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Quellen (auf Polnisch)
Das Heiligtum der Gottesmutter von Białynicze
Jahrhundertelang war Białynicze am Fluss Druć eines der bedeutendsten Marienheiligtümer der alten polnisch-litauischen Adelsrepublik – man nannte es das „Tschenstochau Weißrusslands“. Die Karmelitenkirche mit dem Gnadenbild der Gottesmutter, gekrönt 1761, wurde in sowjetischer Zeit zerstört.
Heute baut die Pfarrei das Heiligtum wieder auf, und jede hier bestellte Messe unterstützt dieses Werk.
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