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Messe für Verstorbene – Bedeutung und Bestellung

Die heilige Messe ist die erste und wichtigste Gabe, die die Kirche für die Verstorbenen darbringt. Wir erklären, was der Katechismus dazu sagt, welche Messen man bestellen kann, wann man es tut und wie man die Intention formuliert – und wie Sie eine Messe für Verstorbene online in der Pfarrei in Białynicze bestellen.

Messe für Verstorbene – Bedeutung und Bestellung
Lucas Velázquez · Public domain · Wikimedia Commons

Warum die Kirche die heilige Messe für Verstorbene darbringt

Das Gebet für die Verstorbenen ist keine fromme Zugabe zum Glauben, sondern seine Folge. Weil wir an die Auferstehung und an die Gemeinschaft der Heiligen glauben, glauben wir auch, dass der Tod die Verbindung zwischen uns und denen, die von uns gegangen sind, nicht zerschneidet. Der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt, dass das eucharistische Opfer auch für die verstorbenen Gläubigen dargebracht wird, die „in Christus gestorben und noch nicht vollständig geläutert sind“, damit sie in das Licht und den Frieden Christi eingehen können (KKK 1371).

An derselben Stelle erinnert der Katechismus an die Worte der sterbenden heiligen Monika, die ihr Sohn, der heilige Augustinus, aufgezeichnet hat: Sie bat, man solle sich nicht um den Ort ihres Begräbnisses sorgen, sondern ihrer am Altar des Herrn gedenken. Diese Bitte haben viele von uns – ausgesprochen oder ohne Worte – von den eigenen Eltern und Großeltern gehört.

KKK 1032 fügt hinzu, dass die Kirche seit den ersten Jahrhunderten das Andenken der Verstorbenen geehrt und für sie Fürbitten, „insbesondere das eucharistische Opfer“, dargebracht hat, damit sie nach ihrer Läuterung zur Anschauung Gottes gelangen. Die Kirche empfiehlt außerdem Almosen, Ablässe und Werke der Buße.

Hilft die Messe den Verstorbenen?

Die heilige Messe ist nicht „unser“ Gebet im gewöhnlichen Sinn. Auf dem Altar wird das eine Opfer Christi gegenwärtig, und wir bitten, dass seine Früchte einem bestimmten Menschen zugutekommen. Deshalb stellt die Kirche die Eucharistie an die erste Stelle unter den Formen der Hilfe für die Verstorbenen. Die Läuterung nach dem Tod selbst nennt die Kirche Purgatorium oder Fegefeuer (KKK 1030–1031).

Zugleich muss man ehrlich sagen: Wir kennen den Zustand der Seele des Verstorbenen nicht und messen die Wirkungen des Gebets nicht. Wer eine Messe bestellt, „erledigt“ nicht das Heil, sondern vertraut einen geliebten Menschen voll Zuversicht der Barmherzigkeit Gottes an. Benedikt XVI. schrieb in der Enzyklika Spe salvi (48), dass unser Gebet für einen Verstorbenen zu einem kleinen Schritt seiner Läuterung werden kann und dass es nie zu spät ist, das Herz eines anderen zu berühren. Der Codex des kanonischen Rechtes erlaubt dem Priester, die Messe für jeden Menschen darzubringen, für Lebende wie für Verstorbene (can. 901).

„Für die Seele des Verstorbenen“ oder „für den Verstorbenen“?

Beide Formen sind richtig und in Pfarreien gebräuchlich. Wer „für die Seele“ sagt, betont, dass wir jetzt, vor der Auferstehung der Toten, um Läuterung und Heil dieses Menschen bitten. Wer „für den Verstorbenen“ sagt, empfiehlt Gott den ganzen Menschen mit seinem Namen und seiner Lebensgeschichte, in der Hoffnung auf die Auferstehung. In der Intention genügen Vor- und Nachname – das Wort „Seele“ muss nicht hinzugefügt werden, damit die Messe genau zu diesem Zweck dargebracht wird.

Bedenken Sie auch, dass die Kirche in jeder heiligen Messe für die Verstorbenen betet: Im Hochgebet gibt es stets das Gedächtnis der Verstorbenen, das Gott jene empfiehlt, die in der Hoffnung auf die Auferstehung heimgegangen sind, und alle Verstorbenen, deren Glauben er allein kennt. Die bestellte Intention bewirkt, dass ein bestimmter Mensch in diesem Gebet genannt und besonders empfohlen wird.

Welche Messen man für Verstorbene bestellen kann

FormWorum es gehtFür wen
Einzelne Messeeine Messe an einem gewählten Tag, z. B. zum Jahrestageine oder mehrere Personen
Novene9 Messen Tag für Tageine oder mehrere Personen
Gregorianische Messen30 Messen an 30 aufeinanderfolgenden Tagenausschließlich ein einziger Verstorbener
Jahresgedächtniseine einzelne Messe oder eine Novene zum Todestageine oder mehrere Personen
Jährliches Totengedenkendie Namen der Verstorbenen werden das ganze Jahr hindurch verlesen und dem Gebet der Gemeinde empfohlenbeliebig viele Personen

Gregorianische Messen haben in dieser Tradition einen besonderen Platz – ihre Anfänge sind mit Papst Gregor dem Großen (6. Jahrhundert) verbunden. Ihre Regeln – unter anderem, dass sie nur für einen einzigen Verstorbenen gefeiert werden – beschreiben wir auf der Seite Was sind Gregorianische Messen? Das Requiem (die Begräbnismesse) bestellt man nicht über das Internet: Es feiert die Pfarrei, in der die Beerdigung stattfindet. Man kann aber schon am Todestag weitere Messen bestellen, die den Verstorbenen nach der Beerdigung begleiten.

Wann man eine Messe für Verstorbene bestellt

Es gibt keinen falschen Zeitpunkt für das Gebet für die Verstorbenen. In der Praxis bestellen Familien Messen am häufigsten:

  • gleich nach dem Tod – in den ersten Tagen und Wochen der Trauer, oft als Novene oder als Reihe von dreißig Messen; wenn Sie an Gregorianische Messen denken, lesen Sie, wann nach dem Tod man sie bestellt,
  • zum Jahrestag des Todes – zum ersten und zu jedem weiteren; dann lohnt es sich, ein konkretes Datum anzugeben,
  • im November – an Allerheiligen, an Allerseelen und den ganzen Monat hindurch, wenn die Kirche besonders für die Verstorbenen betet; über den Ablass für Verstorbene vom 1. bis 8. November schreiben wir gesondert,
  • am Namens- oder Geburtstag des Verstorbenen, am Hochzeitstag der verstorbenen Eltern,
  • ohne besonderen Anlass – wenn jemand in der Erinnerung wiederkehrt, im Traum erscheint oder wir einfach an ihn denken möchten.

Stellt sich nach Jahren heraus, dass für einen Angehörigen nie eine Messe bestellt wurde, kann man das jederzeit nachholen. Die Kirche setzt keine Frist, nach der das Gebet für einen Verstorbenen seinen Sinn verlöre.

Wie man die Intention formuliert

Die Intention soll kurz und eindeutig sein: wer Gott empfohlen werden soll und gegebenenfalls aus welchem Anlass. Beispiele:

  • „Für den verstorbenen Johann Schmidt“,
  • „Für die verstorbene Maria Wagner zum 1. Jahrestag ihres Todes“,
  • „Für die verstorbenen Eltern Josef und Helene sowie die Verstorbenen der Familie Becker“,
  • „Für die verstorbene Anna Hoffmann, mit der Bitte um die ewige Freude im Himmel“,
  • „Für die Verstorbenen der Familien Schmidt und Wagner“,
  • „Für die Armen Seelen im Fegefeuer, für die niemand betet“.

In der Intention der Gregorianischen Messen nennen wir nur eine einzige Person, z. B. „Für den verstorbenen Josef Fischer – Gregorianische Messen“. Bei einer einzelnen Messe und bei einer Novene kann man mehrere Namen nennen. Weitere Muster – auch für Lebende – haben wir auf der Seite Messintentionen zusammengestellt.

So bestellen Sie eine Messe für Verstorbene online in Białynicze

  1. Füllen Sie das Formular auf dieser Seite aus oder schreiben Sie uns per E-Mail oder über WhatsApp. Nennen Sie die Intention, die Art der Messe (einzelne Messe, Novene, Gregorianische Messen) und – falls wichtig – das Datum.
  2. Wir antworten per E-Mail mit einem Vorschlag für Termin und Uhrzeiten der Messen.
  3. Sie überweisen das Messstipendium auf das Konto der Pfarrei. Was ein Messstipendium ist und warum es keine „Gebühr“ ist, erklären wir auf der Seite Messstipendium.
  4. Spätestens 2 Tage nach Eingang des Stipendiums erhalten Sie eine Bestätigung mit der Intention, dem Datum (bzw. den Daten) und der Uhrzeit jeder Messe – sehen Sie, wie die Bestätigung aussieht.

Die Messen feiern wir in erster Linie in der Pfarrei der Gottesmutter von Białynicze, und wenn es mehr Intentionen gibt, auch mit Hilfe von Priestern anderer Pfarreien im Osten von Belarus. Die Stipendien unterstützen den Dienst der Priester und den Wiederaufbau des Heiligtums. Für einen einzigen Verstorbenen können Sie auch gleich Gregorianische Messen bestellen.

Wie man die für einen lieben Menschen bestellte Messe mitfeiert

Die Bestellung einer Messe entbindet nicht vom persönlichen Gebet – sie lädt vielmehr dazu ein. Wenn möglich, nehmen Sie am Tag der in Białynicze gefeierten Messe an der Eucharistie in Ihrer eigenen Pfarrei teil und opfern Sie die heilige Kommunion für den Verstorbenen auf. Gut ist es, zu Hause „Herr, gib ihm die ewige Ruhe“ oder ein Gesätz des Rosenkranzes zu beten oder einen Abschnitt der Heiligen Schrift zu lesen, z. B. über die Auferweckung des Lazarus (Joh 11). Vielen Trauernden hilft es, gerade an diesem Tag das Grab zu besuchen. Wenn Kinder in der Familie sind, lohnt es sich, ihnen zu sagen, für wen und warum diese Messe dargebracht wird – das ist die einfachste Lektion im Glauben an das ewige Leben.

Quellen

  • Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1371 (Eucharistie für die Verstorbenen): vatican.va
  • Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1030–1032 (die abschließende Läuterung): vatican.va
  • Benedikt XVI., Enzyklika Spe salvi, Nr. 48: vatican.va (polnisch)
  • Codex des kanonischen Rechtes, can. 901 und 945–958 (Messintentionen und Messstipendien).

Fragen und Antworten

Kann man eine Messe für einen Verstorbenen bestellen, der nicht katholisch war?

Ja. Can. 901 des Codex des kanonischen Rechtes erlaubt dem Priester, die Messe für jeden Menschen darzubringen, für Lebende wie für Verstorbene. Man kann also eine Messe für einen Menschen anderer Konfession, für einen Nichtglaubenden oder für jemanden bestellen, über dessen Glauben wir wenig wissen – wir empfehlen ihn der Barmherzigkeit Gottes.

Kann man eine Messe für einen Menschen bestellen, der sich das Leben genommen hat?

Ja. Der Katechismus lehrt, dass man die Hoffnung auf das ewige Heil der Menschen, die sich das Leben genommen haben, nicht aufgeben soll und dass die Kirche für sie betet (KKK 2283). Eine Messe für einen solchen Menschen ist Ausdruck dieser Hoffnung. Die Intention formulieren wir wie jede andere, z. B. „Für den verstorbenen Peter“.

Muss ich bei der Messe, die ich bestellt habe, anwesend sein?

Nein. Die Messe wird in Ihrer Intention gefeiert, unabhängig davon, wo Sie sich befinden. Es ist aber gut, sich an diesem Tag geistlich mit ihr zu verbinden: in der eigenen Pfarrei zur Messe zu gehen, die heilige Kommunion zu empfangen oder zu Hause für den Verstorbenen zu beten. In der Bestätigung nennen wir Datum und Uhrzeit, damit das leichtfällt.

Die ehemalige Karmelitenkirche in Białynicze, Zeichnung von Napoleon Orda
Napoleon Orda, Białynicze (1877), gemeinfrei · Wikimedia Commons

Das Heiligtum der Gottesmutter von Białynicze

Jahrhundertelang war Białynicze am Fluss Druć eines der bedeutendsten Marienheiligtümer der alten polnisch-litauischen Adelsrepublik – man nannte es das „Tschenstochau Weißrusslands“. Die Karmelitenkirche mit dem Gnadenbild der Gottesmutter, gekrönt 1761, wurde in sowjetischer Zeit zerstört.

Heute baut die Pfarrei das Heiligtum wieder auf, und jede hier bestellte Messe unterstützt dieses Werk.

Geschichte des Heiligtums →

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