Ablass für Verstorbene vom 1. bis 8. November und an Allerseelen – wie Sie Ihren Lieben helfen
Der November ist ein Monat des besonderen Gedenkens an die Verstorbenen. In den ersten Novembertagen gibt die Kirche den Gläubigen die Möglichkeit, für die Verstorbenen einen vollkommenen Ablass zu gewinnen. Wir erklären, was ein Ablass ist, welche Bedingungen gelten und wie man den Lieben noch helfen kann.

Was ein Ablass ist
Ein Ablass ist der Nachlass einer zeitlichen Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld bereits getilgt ist (KKK 1471). Ein vollkommener Ablass tilgt die ganze zeitliche Strafe, ein Teilablass einen Teil davon. Die Kirche gewährt ihn aus dem Schatz der Verdienste Christi und der Heiligen. Die Gläubigen können einen Ablass für sich selbst gewinnen oder ihn den Verstorbenen zuwenden (KKK 1479); für einen anderen lebenden Menschen kann man ihn dagegen nicht aufopfern.
Hinter dem Ablass steht die Wahrheit vom Purgatorium und von der Gemeinschaft der Heiligen: Die Verstorbenen, die die Läuterung durchmachen, können sich selbst nicht mehr helfen, aber unser Gebet und unser Opfer können ihnen helfen.
Ablass für Verstorbene vom 1. bis 8. November
Vom 1. bis 8. November kann man täglich einen vollkommenen Ablass gewinnen, der nur den Verstorbenen zugewendet werden kann. Dazu genügt es,
- einen Friedhof zu besuchen,
- dort für die Verstorbenen zu beten – sei es auch nur im Stillen.
An den übrigen Tagen des Jahres kann man für denselben Friedhofsbesuch mit Gebet für die Verstorbenen einen Teilablass gewinnen.
Ablass an Allerseelen – 2. November
Am Gedenktag Allerseelen kann man einen vollkommenen Ablass für die Verstorbenen gewinnen, indem man eine Kirche oder Kapelle besucht und dort das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis betet.
Notwendige Bedingungen
Für einen vollkommenen Ablass sind außerdem die üblichen Bedingungen erforderlich:
- der Stand der heiligmachenden Gnade und die sakramentale Beichte,
- die heilige Kommunion,
- ein Gebet in den Anliegen des Heiligen Vaters (z. B. ein Vaterunser und ein Gegrüßet seist du, Maria),
- die Freiheit von jeder Anhänglichkeit an irgendeine Sünde, auch an eine lässliche.
Einen vollkommenen Ablass kann man einmal täglich gewinnen. Fehlt eine der Bedingungen, ist der Ablass ein Teilablass. Es gilt also nicht „alles oder nichts“ – jedes Gebet für die Verstorbenen hat Wert, auch wenn nicht alle Bedingungen des vollkommenen Ablasses erfüllt werden konnten.
Wie Sie sich praktisch vorbereiten
- Gehen Sie Ende Oktober oder Anfang November zur Beichte – eine Beichte genügt für mehrere Ablasstage.
- Empfangen Sie an jedem Tag, an dem Sie einen Ablass gewinnen möchten, die heilige Kommunion und beten Sie in den Anliegen des Heiligen Vaters.
- Beten Sie auf dem Friedhof für die Verstorbenen – z. B. ein Gesätz des Rosenkranzes oder mehrmals „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe“.
- Nennen Sie im Stillen, wem Sie den Ablass zuwenden: einem bestimmten Menschen oder allen Verstorbenen.
Man muss nicht das Grab eines lieben Menschen besuchen – es genügt, irgendeinen Friedhof zu besuchen, auch in einer anderen Stadt oder in einem anderen Land.
Teilablässe das ganze Jahr hindurch
Die Hilfe für die Verstorbenen endet nicht am 8. November. Ein Teilablass, den man den Verstorbenen zuwenden kann, ist unter anderem mit dem Gebet „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe“ verbunden sowie mit dem Beten der Laudes oder der Vesper aus dem Totenoffizium.
Ablass und heilige Messe für Verstorbene
Ablass und Messe sind zwei verschiedene Dinge. Der Ablass ist eine Gabe, die die Kirche unter bestimmten Bedingungen gewährt. Die heilige Messe ist die Vergegenwärtigung des Opfers Christi, und die Kirche hat sie von Anfang an auch für die Verstorbenen dargebracht (KKK 1371). Unter den Formen der Hilfe für die Verstorbenen nennt der Katechismus Almosen, Ablässe und Werke der Buße, vor allem aber das eucharistische Opfer (KKK 1032). Deshalb verbinden viele Familien den Novemberablass mit der Bestellung einer Messe für Verstorbene. Gregorianische Messen sind kein Ablass – es sind dreißig Messen, die Tag für Tag für einen einzigen Verstorbenen gefeiert werden (mehr: Gregorianische Messen).
Warum Priester an Allerseelen drei Messen feiern
An Allerseelen darf jeder Priester drei heilige Messen feiern. Dieses Privileg gewährte Papst Benedikt XV. der ganzen Kirche im Jahr 1915 (Apostolische Konstitution „Incruentum Altaris“), während des Ersten Weltkriegs, als Millionen Menschen starben. Nur eine dieser Messen darf der Priester in einer Intention feiern, für die er ein Stipendium annimmt; die zweite bringt er für alle verstorbenen Gläubigen dar, die dritte in den Anliegen des Heiligen Vaters.
Wie man den Verstorbenen im November noch helfen kann
- Heilige Messe – eine einzelne Messe, eine Novene für Verstorbene oder dreißig Gregorianische Messen, die Sie über das Formular bestellen können.
- Totengedenken – einmalig, in der Oktav oder das ganze Jahr hindurch; siehe jährliches Totengedenken.
- Persönliches Gebet – „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe“, der Rosenkranz, der Barmherzigkeitsrosenkranz.
Quellen
Fragen und Antworten
Kann man den Ablass einem bestimmten Menschen zuwenden?
Muss man jeden Tag zur Beichte gehen?
Kann ein kranker Mensch, der nicht auf den Friedhof gehen kann, einen Ablass gewinnen?
Das Heiligtum der Gottesmutter von Białynicze
Jahrhundertelang war Białynicze am Fluss Druć eines der bedeutendsten Marienheiligtümer der alten polnisch-litauischen Adelsrepublik – man nannte es das „Tschenstochau Weißrusslands“. Die Karmelitenkirche mit dem Gnadenbild der Gottesmutter, gekrönt 1761, wurde in sowjetischer Zeit zerstört.
Heute baut die Pfarrei das Heiligtum wieder auf, und jede hier bestellte Messe unterstützt dieses Werk.
Geschichte des Heiligtums →Heilige Messe bestellen
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