Pfarrei der Gottesmutter von Białynicze gregorianka.belynichi@gmail.com

Messe für ein verlorenes Kind – Fehlgeburt, Totgeburt, Sternenkinder

Der Verlust eines Kindes vor der Geburt oder kurz danach ist ein Schmerz, über den man oft nur schwer sprechen kann. Die Kirche lässt die Eltern nicht allein: Sie betet für ihre Kinder und ermutigt, sie Gott anzuvertrauen. Wir erklären, was der Katechismus dazu sagt, wie man die Messintention formuliert und wann man die Messe bestellen kann.

Messe für ein verlorenes Kind – Fehlgeburt, Totgeburt, Sternenkinder
Fra Angelico · Public domain · Wikimedia Commons

Kurz gesagt

Eine heilige Messe kann man für jedes verlorene Kind bestellen – nach einer Fehlgeburt, einer Totgeburt oder für ein Kind, das kurz nach der Geburt gestorben ist, auch wenn es nicht mehr getauft werden konnte. Die Kirche empfiehlt diese Kinder der Barmherzigkeit Gottes und hofft auf ihr Heil (KKK 1261). Die Intention lautet meist zweifach: für das Kind, das man Gott anvertraut, und um Trost für die Eltern. Wählen Sie im Formular „Einzelne Messintention“.

Was die Kirche über ungetauft verstorbene Kinder sagt

Der Katechismus antwortet kurz und mit großer Behutsamkeit: „Was die ohne Taufe verstorbenen Kinder betrifft, kann die Kirche sie nur der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen, wie sie dies im Begräbnisritus für sie tut.“ Das große Erbarmen Gottes, der will, „dass alle Menschen gerettet werden“ (1 Tim 2,4), und die Liebe Jesu zu den Kindern („Lasst die Kinder zu mir kommen“, Mk 10,14) „berechtigen uns zu der Hoffnung, dass es für die ohne Taufe gestorbenen Kinder einen Heilsweg gibt“ (KKK 1261).

Im Jahr 2007 veröffentlichte die Internationale Theologische Kommission das Dokument Die Hoffnung auf Rettung für ungetauft sterbende Kinder, das nach Zustimmung Benedikts XVI. zur Veröffentlichung freigegeben wurde. Die Kommission stellt fest, dass es ernste theologische und liturgische Gründe gibt, auf die Rettung dieser Kinder zu hoffen – und sagt ehrlich, dass es sich um Gründe für eine betende Hoffnung handelt, nicht um sicheres Wissen (Nr. 102). Die frühere Lehrmeinung vom Limbus (limbus, „Vorhölle“) ist nie Dogma geworden; der Katechismus von 1992 erwähnt sie überhaupt nicht.

Diese Hoffnung kommt in der Liturgie zum Ausdruck. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil enthält das Römische Messbuch eine Begräbnismesse für ungetauft verstorbene Kinder, und das Kirchenrecht erlaubt dem Ortsordinarius, das kirchliche Begräbnis eines Kindes zu gestatten, das die Eltern taufen lassen wollten (can. 1183 § 2). Die Kirche betet also für diese Kinder – und auch wir dürfen es tun.

Wie man die Intention formuliert

Es gibt keine vorgeschriebene Formel. Wenn das Kind einen Namen hatte – auch einen, den die Eltern ihm erst nach dem Verlust gegeben haben –, ist es gut, ihn zu nennen. Die allgemeinen Regeln für den Wortlaut finden Sie im Ratgeber Messintention formulieren, hier einige Vorschläge:

Für das Kind

  • Für das Kind von Anna und Thomas, das vor der Geburt gestorben ist – wir vertrauen es der Barmherzigkeit Gottes an.
  • Für Emma, Tochter von Julia und Peter, still geboren – um die Freude des ewigen Lebens.
  • Für unseren kleinen Sohn Jonas, der am Tag seiner Geburt gestorben ist.
  • Für alle unsere Kinder, die wir vor der Geburt verloren haben.

Für die Eltern und die Familie

  • Um Trost und Gottes Stärkung für Katharina und Michael nach dem Verlust ihres Kindes.
  • Um die Gnade des Herzensfriedens für eine Mutter, die ihr Kind verloren hat, und um Beistand für die ganze Familie.
  • Für das Kind, das Eva und Markus verloren haben, mit der Bitte um Hoffnung und Einheit in ihrer Ehe.

Am Jahrestag

  • Zum Jahrestag des Todes unseres Kindes – wir vertrauen es Gott an und bitten um Frieden für Eltern und Geschwister.
  • An dem Tag, an dem Tim zur Welt kommen sollte – für ihn und um Trost für uns.

Das Datum der Fehlgeburt oder die Umstände müssen Sie nicht angeben. Wenn es leichter ist, genügt: „Für unser Kind, das Gott kennt.“ Wer eine Messe bestellen kann und ob man den eigenen Namen angeben muss, erklären wir im Beitrag Wer kann eine Messe bestellen – und für wen?

Wann man die Messe bestellen kann

Jederzeit – gleich nach dem Verlust, nach einigen Monaten oder nach Jahren. Viele Eltern kehren erst zu diesem Gebet zurück, wenn der erste Schmerz nachlässt. Gute Anlässe sind der Jahrestag des Verlusts, der errechnete Geburtstermin oder der 15. Oktober – der internationale Gedenktag für Sternenkinder (in Polen „Tag des verlorenen Kindes“), der in vielen Ländern als Tag des Gedenkens an Kinder begangen wird, die vor oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Es ist kein liturgischer Festtag, aber in dieser Zeit feiern viele Pfarreien Messen für verstorbene Kinder und ihre Eltern.

Wenn Sie länger beten möchten, können Sie neun Messen bestellen – eine Novene in der Intention der Eltern um Trost und Kraft – oder das Kind in das jährliche Totengedenken eintragen lassen.

Kann man Gregorianische Messen für ein verlorenes Kind bestellen?

Gregorianische Messen sind dreißig Messen, die Tag für Tag für eine verstorbene Person gefeiert werden, traditionell mit der Bitte um ihre Läuterung. Bei einem ungetauft verstorbenen Kind äußert sich die Kirche nicht über seinen Zustand, sondern vertraut es nur Gott an; deshalb sprechen wir bei dieser Intention lieber persönlich mit Ihnen. Schreiben Sie uns eine E-Mail (Angaben auf der Seite Kontakt) – wir antworten, welche Form des Gebets am besten passt. Für ein getauftes Kind, das vor dem Vernunftgebrauch gestorben ist, betet die Kirche traditionell mit Vertrauen und Dank – früher feierte man für solche Kinder das sogenannte Engelamt.

Gebet der Eltern

Die Messe ist nicht die einzige Form des Gedenkens. Sie können mit Gott in eigenen Worten sprechen, zum Beispiel: „Herr, du kennst unser Kind besser als wir. Wir vertrauen es deiner Barmherzigkeit an. Schenke uns die Hoffnung, es einmal wiederzusehen, und stille in uns den Schmerz, für den wir keine Worte haben. Amen.“ Mehr über den Sinn des Gebets für Verstorbene schreiben wir auf der Seite Gebet für Verstorbene, über die Messe für Verstorbene selbst im Ratgeber Messe für Verstorbene.

Die Trauer um ein verlorenes Kind ist oft lang und einsam. Messe und Gebet ersetzen nicht die Hilfe von Arzt, Psychologin oder Selbsthilfegruppe – wenn der Schmerz Sie überwältigt, nehmen Sie diese Hilfe in Anspruch. Viele Bistümer bieten auch eine eigene Seelsorge für Eltern nach dem Verlust eines Kindes an.

So bestellen Sie die Messe bei uns

Wählen Sie im Bestellformular „Einzelne Messintention“ und tragen Sie den Wortlaut der Intention sowie das Datum ein, wenn Ihnen ein bestimmter Tag wichtig ist. Sie können die Intention auch per E-Mail oder über WhatsApp senden. Einzelheiten und Termin klären wir in der Antwort per E-Mail; nach Eingang des Stipendiums erhalten Sie eine Bestätigung mit dem Wortlaut der Intention, Datum und Uhrzeit der Messe. Wir feiern die Messen im Heiligtum der Gottesmutter von Białynicze – der Mutter, die selbst unter dem Kreuz ihres Sohnes stand, vertrauen wir auch die trauernden Eltern an.

Quellen

Fragen und Antworten

Kann man eine Messe für ein Kind bestellen, dem wir keinen Namen gegeben haben?

Ja. Es genügt zu schreiben „für das Kind von Anna und Thomas“ oder „für unser Kind, das wir vor der Geburt verloren haben“. Gott kennt jedes Kind beim Namen, auch wenn wir ihn nicht kennen.

Können Großeltern oder Geschwister eine Messe für das verlorene Kind bestellen?

Ja. Eine Messe kann jeder bestellen, der für das Kind und seine Eltern beten möchte – Großmutter, Großvater, Paten, Freunde. In der Intention kann man „von den Großeltern“ hinzufügen oder sie ohne Angabe des Bestellers formulieren.

Kann man eine Messe für mehrere verlorene Kinder bestellen?

Ja, bei einer einzelnen Messe kann eine Intention alle Kinder einer Familie umfassen, z. B. „für unsere Kinder, die vor der Geburt gestorben sind“. Anders ist es bei den Gregorianischen Messen, die ihrem Wesen nach einer einzigen Person gelten.

Die ehemalige Karmelitenkirche in Białynicze, Zeichnung von Napoleon Orda
Napoleon Orda, Białynicze (1877), gemeinfrei · Wikimedia Commons

Das Heiligtum der Gottesmutter von Białynicze

Jahrhundertelang war Białynicze am Fluss Druć eines der bedeutendsten Marienheiligtümer der alten polnisch-litauischen Adelsrepublik – man nannte es das „Tschenstochau Weißrusslands“. Die Karmelitenkirche mit dem Gnadenbild der Gottesmutter, gekrönt 1761, wurde in sowjetischer Zeit zerstört.

Heute baut die Pfarrei das Heiligtum wieder auf, und jede hier bestellte Messe unterstützt dieses Werk.

Geschichte des Heiligtums →

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